Beeindruckender Erfahrungsbericht,
der mit dem Beginn der Panik- Erkrankung einer jungen Frau im
Dezember 1988 einsetzt und fast sechs Jahre umspannt.
Quälende Panik-Anfälle führen zu Depressivität,
Handlungs- und Arbeitsunfähigkeit, und bei ihrer Umgebung
auf Verständnislosigkeit und Ablehnung.
Bestürzend liest sich die Odyssee der Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen,
beleidigenden Unterstellungen durch Neurologen, Psychiater sowie
Ärzte anderer Disziplinen, bis dann endlich ein fähiger
Therapeut wirklich lindern kann, wenngleich diese Krankheit mit
der Gefahr ständiger Rückfälle verbunden ist. Und
nachgerade spannend ist der Kampf mit Behörden, Ämtern
und Krankenkassen.
Ihr Ringen mit den Panik-Schüben, ihr bohrendes Suchen nach
deren eigentlicher Ursache stellt die Autorin ganz ungeschützt
dar. Das ist die Stärke dieses Buches. Andere Erkrankte und
deren Angehörige können daraus lernen. So hilft die
Autorin mit dem Buch nicht nur sich selbst.
Impresionante reportaje de experiencia,
empieza en diciembre de 1988 con el comienzo de una enfermedad
de pánico de una mujer joven que tarda casi 6 años.
Impresionante es la odisea de diagnósticos
erróneos, tratamientos malos, imputaciones injuriosas de
neurólogos, psiquiatras y otros médicos, hasta que
un terapeuta de capaz puede paliar, si no esa enfermedad esta
conectada con el peligro de recaídas permanentes. Y realmente
de suspense es la contienda con la administración, las
oficinas y la caja de enfermedad.
Su lucha con los ataques de pánico, su busqueda insistienda
por la causa real la autora describe totalmente abierto. Eso es
la fueza del libro. Otros enfermos, y sus parientes pueden aprender
de eso. Así la autora no solo ayuda a si misma.
Impressing Report of experience, starting
in December 1988 with the beginning of a young woman's panic-disease
that longs almost 6 years.
Confoundind is the odyssis of mis-diagnosis, mis-treatment, offensive
imputations of nevrologists, psychiatrists and other specialists,
until at last a capable therapeut really can palliate, even though
this disease is connected with the danger of permanent relapses.
And after that she had to struggle with the authorities, offices
and the health insurance.
Stating completely unprotected her fighting against the panic-attacks,
her drilling search after the real origin, the author helps not
only herself, she allows other diseased persons and their relatives
to learn from it.
Bedrängend
ist die Vorstellung, dass Millionen Menschen unter Panikattacken
leiden, zumal wenn man weiß, welche Belastungen und Einschränkungen
für den einzelnen damit verbunden sind. Der Beginn eines
solchen Leidenswegs ist immer recht ähnlich. In einer ganz
gewöhnlichen Alltagssituation - meist außerhalb des
Hauses, zum Beispiel beim Einkaufen, an der Arbeitsstätte,
in der Straßenbahn - ist eine sich schnell steigernde Unruhe
zu spüren, die einhergeht mit körperlichen Veränderungen
wie Herzklopfen, Schwitzen, Zittern und/oder Schwindelgefühlen,
und zwar so deutlich, dass der Betroffene denkt, er bekomme einen
Herzanfall, kippe gleich um, sterbe.
Die Verunsicherung durch dieses körperliche Geschehen ist
besonders groß, weil der Betroffene keinen Zusammenhang
zu einem äußeren Ereignis erkennen kann. Wenn er zum
Beispiel gerade durch Unachtsamkeit fast überfahren worden
wäre, gäbe es eine Erklärung für die körperliche
Reaktion, aber so ...
Die daraufhin angestrengten ärztlichen Untersuchungen bleiben
fast immer ohne körperlichen Befund. Erfreulich, könnte
man meinen, ist man normalerweise doch froh, körperlich gesund
zu sein. Nicht in diesem Zusammenhang.
Die Feststellung eines körperlichen Befundes würde dem
Betroffenen zumindest eine Erklärung für das bieten,
was er erlebt hat, und damit auch eine Richtung für das weitere
medizinische Vorgehen aufzeigen. Nicht zu wissen, wie die Symptome
zu erklären sind (und das oft nach Konsultation mehrerer
Ärzte), sie anderseits aber so deutlich erlebt zu haben,
macht aus der Ungewissheit eine massive Bedrohung. Die Folge ist
ein ganz genaues Achten, Sich-Beobachten, ob und wann es
wohl wieder auftritt. Und damit ist ein entscheidender und fataler
Schritt getan hin zum Erleben genau der befürchteten Situation,
dem Erleben der beeinträchtigenden körperlichen Empfindungen,
Gefühle und Gedanken. Indem man bestimmte körperliche
Empfindungen erwartet bzw. auf sie achtet, auch wenn sie erst
nicht so deutlich sind, erlebt man sie intensiver.
Wenn Sie, lieber Leser, diese Zeilen lesen, dann haben Sie vermutlich
nicht auf den Druck der Unterlage geachtet, auf der Sie sitzen
oder liegen - aber Sie können ihn jetzt spüren, deutlicher
als zuvor, allein durch die Tatsache, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit
auf diese Wahrnehmung gelenkt haben.
Würden Sie nun denken, dass dieses Spüren der Unterlage
ein Zeichen für eine schwere Krankheit ist, wäre die
Folge sicherlich, öfter darauf zu achten, ob Sie es wieder
spüren - und es genau dadurch auch wieder deutlicher empfinden.
Erlebt der Panik-Klient zum Beispiel kleine Veränderungen
des Kreislaufs (Herzklopfen, erhöhter bzw. erniedrigter Blutdruck),
dann nimmt er es überdeutlich wahr, bedingt durch die Aufmerksamkeitshaltung
und die Befürchtung (jetzt geht es wieder los)
verstärkt sich das körperliche Geschehen, was wiederum
zu noch katastrophaleren Gedanken führt (ich sterbe
gleich, keiner hilft mir o. Ä.) - und das steigert
nochmals die körperlichen Symptome.
Im Grunde sind es ganz natürliche Mechanismen, die zu diesem
Teufelskreis führen. Körperlich ist der Mensch immer
noch ein Steinzeitmensch, der darauf programmiert ist, bedrohlichen
Situationen mit Flucht oder Kampf zu begegnen. Der Körper
wird dabei zu größtmöglicher Leistungsbereitschaft
getrieben ...
Dazu gehören zum Beispiel die Aktivierung des Kreislaufs
und die vorbeugende Kühlung durch Schwitzen - genau das,
was in der Panik-Situation so bedrohlich erlebt und durch entsprechende
Katastrophen-Gedanken gesteigert wird!
Eine weitere massive Einschränkung der Lebensqualität
entsteht dadurch, dass der Betroffene beginnt, Situationen (zum
Beispiel Straßenbahn, Supermarkt, Auto) zu meiden, in denen
er solche Panikattacken erlebt hat bzw. befürchtet. Das weitet
sich immer mehr aus und kann soweit gehen, dass die Person schließlich
überhaupt nicht mehr die Wohnung verlässt oder aber
nur in Begleitung anderer.
Der beschriebene Teufelskreis, der zu dem Erleben solch massiver
Körperreaktionen und Katastrophen-Gedanken (bis hin zur Todesfurcht)
führt, ist selbstverständlich nur ein Teil dessen, was
bei manchen Menschen dieses Panik-Geschehen hervorrufen kann.
Häufig ist bei solchen Personen festzustellen, dass ihnen
in der Kindheit ein Bild der Welt vermittelt wurde, das vor allem
gekennzeichnet ist durch Bedrohung, Angst und Obacht geben. In
Hinweisen der Eltern wurde vorrangig darauf verwiesen, was alles
gefährlich ist und worauf man achten muss; somit wurde eine
Art Angst-Grundhaltung erzeugt. Des Weiteren treten
die Panikattacken nahezu immer in Lebensphasen auf, in denen bisherige
Lebensweisen abgelöst wurden durch neue Formen, die weitaus
weniger den Bedürfnissen der entsprechenden Person gerecht
werden (zum Beispiel eine Frau mit früher vielen sozialen
Kontakten und einem erlebnisreichen Leben, die sich nach der Hochzeit
als Hausfrau zurückzieht in das isolierte Leben einer Einfamilienhaus-Siedlung).
Das auf sich selbst zurückgeworfene Dasein ist generell eine
bedeutsame Rahmenbedingung, die das Panikgeschehen fördert.
Wie bei dem oben dargestellten körperlichen Geschehen ist
die Aufmerksamkeit der Panik-Klienten zunehmend mehr auf die eigene
Person zentriert, so dass immer umfassender das verloren geht,
was notwendig ist, um einem Menschen Halt und Stabilität
zu geben - das Eingebundensein in Bezügen zu anderen Menschen,
zu sinnvollen interessanten Aufgaben, zu einem insgesamt lebendigen
Leben. Wobei hier von vorrangiger Bedeutung ist, dass die betroffene
Person das so wahrnimmt und erlebt.
Hier liegt ein wesentlicher Ansatzpunkt von Psychotherapie: den
Klienten zu unterstützen, seine Aufmerksamkeit weg von der
eigenen Person auf äußere Ereignisse zu lenken, sei
es, dass zum Beispiel alte Hobbys wieder interessant werden können,
neue als interessant bzw. sinnvoll erlebte Aufgabenstellungen
gefunden und/oder Kontakte zu anderen Menschen geknüpft werden
und damit generell wieder einen Halt in seinem Leben aufzubauen.
Des Weiteren ist es therapeutisch sinnvoll, die oben dargestellte
entstandene überdauernde Anspannung therapeutisch anzugehen.
Erfahrungsgemäß bieten hypnotisch erzeugte Entspannung
und das Vermitteln von Selbsthypnose gute Möglichkeiten einer
grundlegenden Spannungsreduktion. In der Trance-Arbeit wird darüber
hinaus der Zugang des Klienten zu für ihn bedeutsamen Erlebnisinhalten
ermöglicht und hierdurch inzwischen verschüttete
bzw. neue Lebensbereiche entdeckt, die mit dazu beitragen, wieder
ein lebendiges Leben zu führen.
Frau Krüger gibt mit ihrem Buch auf beeindruckende Weise
Einblick in diese für sie so belastende und durch massive
Einschränkungen gekennzeichnete Lebensphase. Damit stellt
sie beispielhaft den Leidensweg vieler Menschen dar, die von Panikattacken
betroffen sind. Für jemand aktuell oder ehemalig Betroffenen
bietet das Buch sicherlich viel Vertrautes und Bekanntes.
Anderen Lesern mag es verdeutlichen, in welcher inneren Logik
und vor allem welchem Leid ein Panik-Klient gefangen ist.
Für Menschen, die derlei Erfahrungen nicht gemacht haben,
ist es kaum nachvollziehbar, was Menschen mit Panikstörung
erleiden.
Und so wünsche ich dem Buch, dass es zu mehr Verständnis
für Menschen führt, die eine derart die Lebensqualität
beeinträchtigende Störung erleben.
Und vielleicht kann es Betroffenen Mut und Hoffnung vermitteln,
indem es aufzeigt, wie die Autorin - allein und mit Unterstützung
- sich ein lebenswertes Leben zurückerobert hat.
It's a depressing
imagination, that millions of people suffer from panic attacks,
particularly if you know, what kind of loads and restrictions
are connected with it. The beginning of such a way of suffering
is always quite similar. During a normal every-day situation -
usually outside of the house, e. g. during the shopping, at work,
in the tramway - you feel a rapidly increasing unrest, accompanied
by physical modifications, such as heartbeat, sweat, tremble and/or
feelings of dizziness, so hard that you think you are getting
a heart attack, you fall down right now, you die.
The disconcertion by this physical modifications is immense, because
you cannot detect a connection to an outside event. If you almost
got overdriven by inadvertence, you've had an explanation for
a physical reaction, but like that ...
All the medical examinations, that were exerted then remained
without any physical explanation. That's pleasing, you would say,
normally you are glad to be healthy. But not in this case.
If there WAS a physical explanation, at least there was any for
the strange things that happened. And it would show the direction
of further medical treatment. Not to know, how to explain the
symptoms (often after consulting lots of physicians), but on the
other hand, having experienced them so clearly, leads to a substantial
threat. The consequence is observing yourself if and when "it"
happens again. And thus you've made a crucial and fatal step towards
the experience of that feared situation, experiencing the impairing
physical reactions, the feelings and thoughts. By expecting certain
feelings, you experience them even stronger, even if they are
not so clear.
Dear reader, while reading these lines, you probably didn't pay
attention on the pressure on your seat - however you can feel
it now, more clearly than before, just by the fact, you directed
your attention on this perception.
If further you'd think, this feeling of your seat is a sign of
a serious disease, surely you would pay more attention on feeling
it again. And therefore you feel it even stronger.
If the panic client e. g. recognises some small modifications
of the cycle (heartbeat, increased or degraded blood pressure),
then he assumes them stronger than they are. Due to the attention
attitude and the fear ("it starts again") it strengthens
the physical reaction, which leads to even more catastrophic thoughts
("I'm going to die, nobody helps me" a. o.) - and that
again increases the physical symptoms.
In fact these are normal mechanisms, which lead to this vicious
circle. Physically humans are still human beings of the stone
edge, programmed on meeting threatening situations with either
escape of fight. The body thereby is forced to the maximum of
strength ...
Therefore the cycle is activated and the preventing cooling by
sweating, exactly the same, what is experienced threatening in
the panic situation and increased by appropriate "catastrophe
- thoughts"!
A further massive restriction of the quality of life results from
starting to avoid situations, in that are experienced or feared
panic attacks (e. g. tramway, supermarket, car). That expands
even more and possibly leads to not leaving the house at all or
only accompanied with others.
Der beschriebene Teufelskreis, der zu dem Erleben solch massiver
Körperreaktionen und Katastrophen-Gedanken (bis hin zur Todesfurcht)
führt, ist selbstverständlich nur ein Teil dessen, was
bei manchen Menschen dieses Panik-Geschehen hervorrufen kann.
Häufig ist bei solchen Personen festzustellen, dass ihnen
in der Kindheit ein Bild der Welt vermittelt wurde, das vor allem
gekennzeichnet ist durch Bedrohung, Angst und Obacht geben. In
Hinweisen der Eltern wurde vorrangig darauf verwiesen, was alles
gefährlich ist und worauf man achten muss; somit wurde eine
Art "Angst-Grundhaltung" erzeugt. Des Weiteren treten
die Panikattacken nahezu immer in Lebensphasen auf, in denen bisherige
Lebensweisen abgelöst wurden durch neue Formen, die weitaus
weniger den Bedürfnissen der entsprechenden Person gerecht
werden (zum Beispiel eine Frau mit früher vielen sozialen
Kontakten und einem erlebnisreichen Leben, die sich nach der Hochzeit
als Hausfrau zurückzieht in das isolierte Leben einer Einfamilienhaus-Siedlung).
Das auf sich selbst zurückgeworfene Dasein ist generell eine
bedeutsame Rahmenbedingung, die das Panikgeschehen fördert.
Wie bei dem oben dargestellten körperlichen Geschehen ist
die Aufmerksamkeit der Panik-Klienten zunehmend mehr auf die eigene
Person zentriert, so dass immer umfassender das verloren geht,
was notwendig ist, um einem Menschen Halt und Stabilität
zu geben - das Eingebundensein in Bezügen zu anderen Menschen,
zu sinnvollen interessanten Aufgaben, zu einem insgesamt lebendigen
Leben. Wobei hier von vorrangiger Bedeutung ist, dass die betroffene
Person das so wahrnimmt und erlebt.
Hier liegt ein wesentlicher Ansatzpunkt von Psychotherapie: den
Klienten zu unterstützen, seine Aufmerksamkeit weg von der
eigenen Person auf äußere Ereignisse zu lenken, sei
es, dass zum Beispiel alte Hobbys wieder interessant werden können,
neue als interessant bzw. sinnvoll erlebte Aufgabenstellungen
gefunden und/oder Kontakte zu anderen Menschen geknüpft werden
und damit generell wieder einen Halt in seinem Leben aufzubauen.
Des Weiteren ist es therapeutisch sinnvoll, die oben dargestellte
entstandene überdauernde Anspannung therapeutisch anzugehen.
Erfahrungsgemäß bieten hypnotisch erzeugte Entspannung
und das Vermitteln von Selbsthypnose gute Möglichkeiten einer
grundlegenden Spannungsreduktion. In der Trance-Arbeit wird darüber
hinaus der Zugang des Klienten zu für ihn bedeutsamen Erlebnisinhalten
ermöglicht und hierdurch inzwischen "verschüttete"
bzw. neue Lebensbereiche entdeckt, die mit dazu beitragen, wieder
ein lebendiges Leben zu führen.
Frau Krüger gibt mit ihrem Buch auf beeindruckende Weise
Einblick in diese für sie so belastende und durch massive
Einschränkungen gekennzeichnete Lebensphase. Damit stellt
sie beispielhaft den Leidensweg vieler Menschen dar, die von Panikattacken
betroffen sind. Für jemand aktuell oder ehemalig Betroffenen
bietet das Buch sicherlich viel Vertrautes und Bekanntes.
Anderen Lesern mag es verdeutlichen, in welcher inneren Logik
und vor allem welchem Leid ein Panik-Klient gefangen ist.
Für Menschen, die derlei Erfahrungen nicht gemacht haben,
ist es kaum nachvollziehbar, was Menschen mit Panikstörung
erleiden.
Und so wünsche ich dem Buch, dass es zu mehr Verständnis
für Menschen führt, die eine derart die Lebensqualität
beeinträchtigende Störung erleben.
Und vielleicht kann es Betroffenen Mut und Hoffnung vermitteln,
indem es aufzeigt, wie die Autorin - allein und mit Unterstützung
- sich ein lebenswertes Leben zurückerobert hat.
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